Diese Werte sind bei der Alkohol MPU von Bedeutung

Leberwerte, ETG, CDT - Was zählt alles bei der Alkohol MPU?

ETG (Ethylglucuronid)

Bei ETG handelt es sich um einen körpereigenen Stoff, der als Abbauprodukt (Metabolit) des Ethylalkohols, also des Hauptbestandteils von Alkohol, den vorangegangenen Alkoholkonsum verlässlich anzeigt. ETG bildet sich durch den Abbau in der Leber als Folge des Alkoholkonsums und wird über die Nieren gefiltert und über den Urin ausgeschieden. Da es sich bei ETG um ein stabiles und zuverlässig nachweisbares Stoffwechselprodukt handelt, kann es auch im Blut und später als Ablagerung in den Haaren gefunden werden.

Als Nachweis der Alkoholabstinenz im Rahmen von Kontrollen für die MPU wegen Alkohol oder eines Entzugprogrammes, ist die Bestimmung des ETG Wertes in Deutschland bereits Standard.

ETG-Werte und Höhe zur Bestimmung des Konsums

ETG Werte können nicht zur genauen Interpretation der Trinkmenge angewandt werden. Allerdings wird ETG auch nach der Einnahme von geringen Alkoholmengen, zuverlässig im Blut und Urin als Konsummarker angezeigt. Eine genauere Bestimmung von höheren Alkoholmengen ist kurzfristig nur über den Blutalkoholwert in Promille möglich.

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Das ETG lässt sich außerdem nur wenige Stunden im Blut nachweisen. Im Urin ist ETG als Zeichen eines vorangegangenen Konsums allerdings bis zu 72 Stunden nachweisbar. Ein längerer Nachweis des Alkoholkonsums bzw. -verzichts ist einzig über die Bestimmung von ETG anhand einer Haaranalyse möglich. Der dabei längste für die MPU anerkannte Zeitraum für ETG ist mit 3 Monaten festgelegt, was in etwa 3 cm Haaren entspricht.

Beispiel:

Für die MPU werden im Rahmen eines Abstinenzprogrammes über 6 Monate entweder Urinkontrollen oder Haaranalysen gefordert.
Im Falle von Urinkontrollen bei Abstinenzprogrammen, werden mind. 4 unvorhersehbar angeordnete Kontrollen in einem Zeitraum von 6 Monaten aberaumt, die man jeweils am Folgetag nach einer telefonischen Aufforderung oder nach dem Eingang des Briefes, ablegen muss.
Bei Haaranalysen werden für den geforderten Zeitraum von 6 Monaten entsprechend 2 Haarproben von jeweils 3 cm Haupthaar benötigt.

Leberwerte

Die Leber ist das Organ, dass den Alkohol im Körper abbaut und entsprechend reagiert. Bei übermäßigem Alkoholkonsum über längere Zeit verändert sich die Leber. Bei häufigerem Konsum mit geringeren Mengen sind ebenfalls unterschiedliche Leberwerte zu Gelegenheitskonsumenten feststellbar. Somit dienen Leberwerte als die am meisten hergenommenen Indikatoren für das einzelne Trinkverhalten.

Bei den Leberwerten gibt es 3 unterschiedliche Werte. Und zwar die Leberenzyme GOT, GPT, Gamma-GT (GGT) und den Blutwert MCV, der genau genommen nur aus dem Blutserum gewonnen wird und den Wert des Volumensinhalts der sauerstofftransportierenden roten Blutkörperchen misst. Diese 4 werden allesamt für den Nachweis des Konsums von Alkohol herangezogen und sollen über die Konsumintensität Aufschluß geben.

Die einzelnen Werte reagieren bei gesunden Menschen alle unterschiedlich auf die Alkoholaufnahme und Alkoholmenge. Die Normwerte unterscheiden sich schon allein bei Männern und Frauen stark und haben auch unterschiedliche kurz- und langfristige Verhaltensmuster bei unterschiedlichem Trinkverhalten in den untersuchten Zeiträumen.

Da aber seltene Erkrankungen wie Gelbfieber, Viruserkrankungen oder Krebs, eine Veränderung von Leberwerten herbeiführen können oder eine kurzzeitige alleinige Medikamenteneinnahme zu veränderten Befunden führen kann, ist diese Art der Bestimmung von Abstinenz für die MPU allein, sehr umstritten und nur bedingt geeignet. Aus diesem Grund wird heutzutage nicht mehr allein auf diese Indikatoren sondern zusätzlichen Markern wie das ETG oder die CDT Werte gesetzt, um eine Abstinenz im Rahmen eines MPU Kontrollprogrammes und sogar eines Entzugsprogramms, zweifelsfrei dokumentieren zu können.

Sollen bei Ihnen im Rahmen einer Alkohol MPU die Leberwerte als Indikatoren mit in Betracht gezogen werden, lassen Sie besser von Ihrem Hausarzt gleich zu Beginn der Abstinenz einen gründlichen Gesundheitscheck durchführen und Ihre Normwerte der Leber bestimmen. So haben Sie später bei Unstimmigkeiten in den Nachweisbelegen immer die Diagnose und den Nachweis Ihres Hausarztes zur Dokumentation auf Ihrer Seite.

CDT (Carbohydrat-Defizients-Transferin)

Das CDT ist ein Eiweißstoff der natürlich im Körper vorkommt und sich bei ausgeprägtem Alkoholkonsums erhöht. CDT ist zusätzlich zu den oben genannten Leberwerten ein weiterer Wert, der als Indikator für Alkoholkonsum und im Rahmen einer Alkohol MPU zum Nachweis der Alkoholabstinenz verwendet werden kann.

Ein erhöhter CDT Wert gibt Aufschluß darüber, ob in einem Zeitraum von 7 bis 14 Tagen vermehrt Alkoholkonsum stattgefunden hat. Um deutlich erhöhte und erkennbare CDT Werte zu erhalten, muß über mindestens 7 Tage lang eine tägliche Menge von 60 Gramm Ethylalkohol zugeführt werden, was ungefähr einer Menge von 1,5 Liter Bier oder 3/4 Liter Wein entspricht und somit ein eindeutiges Zeichen für Alkoholmißbrauch und Abhängigkeit ist.

Da die Bestimmung dieses Wertes zusätzlich recht teuer ist, wird dieser Wert bei der MPU von den Medizinern vor Ort nicht beauftragt, da zudem ein ETG Wert mittlerweile Standard ist und somit für die MPU ausreichend. Einzig bei einem Abstinenzprogramm können die CDT Werte zusammen mit ETG als Abstinenz Indikatoren gewählt werden.

 

Diese Werte sind zusammengenommen die wichtigsten bei der Alkohol MPU und entscheidend darüber, ob die Alkohol-Abstinenz für Ihre MPU entsprechend dokumentiert und anerkannt wird. Prüfen Sie also gut, ob diese Werte und eventuell noch andere von Ihrem Arzt und der Stelle für die Abstinenzprogramme gebührend berücksichtigt werden.