mpu abstinenznachweise labor abstinenzBei Auffälligkeiten in Zusammenhang von Alkohol, Betäubungsmitteln oder Medikamenten, werden immer Abstinenznachweise für die MPU gefordert. Je nach Länge der geforderten Abstinenz und der zu untersuchenden Stoffe, sind die Methoden zur Ermittlung einer Abstinenz sehr unterschiedlich.

Alle Methoden müssen dabei immer nach forensischen Maßstäben durchgeführt werden und können nur von zertifizierten und für die MPU akkreditierten Stellen und Ärzten durchgeführt werden. Zum Teil sind das Labore, die auch medizinische Proben von Allgemeinärzten untersuchen oder Anbieter aus dem Internet, mit entsprechendem Untersuchungsangebot und der geforderten Akkreditierung. Allerdings darf nur speziell geschultes und akkreditiertes Personal, wie Ärzte und deren Mitarbeiter, die Proben gewinnen. Auch die Begutachtungsstellen selbst, bieten diesen Service zusätzlich an oder wenden Ihn bei der Begutachtung an.

Arten der unterschiedlichen Methoden zum Nachweis einer Abstinenz

Für Drogen-Abstinenzzeiten bestehen Nachweismöglichkeiten im Haar, Urin und Blut. Nachgewiesen werden können alle bekannten Drogen, deren Nebenprodukte, Drogenabbauprodukte und Drogenersatzstoffe wie Polamidon, Methadon oder Buprenorphin, und deren Abbauprodukte.

Bei Abstinenz von Alkohol können Urintests, Blutproben oder auch Haaranalysen genommen werden, um Leberwerte (Gamma-GT), aktuelle Blutalkoholwerte / Trinkmengenkontrolle und Abbauprodukte des Alkohols (EtG) zu bestimmen.

Meist kommen auch die unterschiedlichen Methoden zur Kontrolle der Abstinenz in Kombination zum Einsatz, da manche nur eine aktuelle und kurzfristige Anzeige zulassen und andere dafür länger in die Vergangenheit blicken lassen und sich deshalb besser zur Kontrolle eignen.

Die unterschiedlichen Methoden der Abstinenzkontrolle:

  • Urinscreening
  • Bluttests und Blutbildanalyse
  • Haaranalysen

Alle Methoden können als einzelne Maßnahmen zum Nachweis der Abstinenz gebucht werden oder als komplette Serien, die Sie im Rahmen von Abstinenzprogrammen bei den Anbietern abschließen können, wenn Sie von vornherein den Verlauf der Abstinenz lückenlos bis zum Ablegen der MPU planen und sicherstellen wollen.

Holen Sie sich am besten mehrere Angebote von verschiedenen Anbietern ein und lassen Sie sich beraten, welche Methoden in ihrem Fall anerkannt werden. Die Anbieter von Abstinenzprogrammen können Ihnen auch gleich den Zeithorizont nennen und mit Ihnen die Zeit bis zur MPU effektiv durchplanen.

Abstinenznachweise für MPU wegen Alkohol

Früher waren für die Abstinenz- und Trinkmengenkontrollen bei Alkohol, standardmäßig nur die Leberwerte (speziell Gamma-GT) entscheidend, die über das Blut gewonnen wurden und manchmal noch das Blutbild mit dem MCV-Wert. Auch am Tag der MPU werden diese Marker noch angewandt, um zu bestimmen wie es mit der Abstinenz gehalten wurde.

Allerdings sind diese Methoden allein nicht fehlerfrei und können auch nicht unter einem mäßigen Alkoholkonsum unterscheiden, sondern zeigen meist nur einen hohen Alkoholkonsum an. Es gibt auch Fälle, in denen diese Marker selbst bei einem hohen Alkoholkonsum nicht angezeigt werden. Krankheiten wie Hepatitis oder bestimmte Medikamenteneinnahmen, können ebenfalls die Leberwerte ansteigen lassen und damit die Ergebnisse verfälschen. Deswegen gerät die Bestimmung rein über die Leberwerte auch immer mehr in die Diskussion und glücklicherweise für die MPU zunehmend in den Hintergrund.

Trotzalledem, da in aller Regel bei einer MPU wegen Alkohol noch immer die Leberwerte geprüft werden, sollten Sie Ihre Leberwerte vorher immer durch Ihren Hausarzt bestimmen und auf die Normwerte oder Besonderheiten prüfen lassen. Sollten andere Gründe als Alkohol für erhöhte Leberwerte vorliegen, lassen Sie sich einen Befund von Ihrem Arzt ausstellen, den Sie zur MPU mitnehmen, um die Gründe zu belegen. Ausserdem sollten Sie bei einem kontrollierten Alkoholkonsum, vor der MPU Ihre Leberwerte und CDT-Werte alle ein bis zwei Monate von Ihrem Arzt dokumentieren lassen, um Ihre Angaben zu mäßigen Trinkmengen glaubhaft zu unterstützen.

EtG als neuer Standard bei Alkohol Nachweisen

Als Standard bei Nachweisen wird heutzutage ein Alkoholmarker aus dem Stoffwechselprodukt des Alkohols, das Ethylglucuronid - kurz EtG, eingesetzt. Dieses Abbauprodukt wird, wenige Tage nachdem Alkohol getrunken wurde, ausgeschieden. Es findet sich beim Menschen auch nur, wenn tatsächlich Alkohol getrunken wurde und nicht bei einer Abstinenz oder wenn andere Umstände wie Krankheiten eingreifen.

Der Beleg von EtG kann über das Urin oder die Haare gewonnen werden, weswegen ein Alkoholabstinenzprogramm anhand von Urinkontrollen, durch mehrmalige, unvorhersehbare und kurzfristige Einbestellungen stattfindet oder über eine Haaranalyse, die rückwirkend bis zu 3 Monate in der Vergangenheit EtG aufspüren kann. Im Blutserum ist EtG nur wenige Stunden nachzuweisen und deshalb weniger für den Nachweis längerer Zeiten geeignet.

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Lesen Sie auch: Mehr zu EtG, CDT und Leberwerten - Was alles bei der Alkohol MPU zählt

Eine angeordnete Abstinenzzeit von zum Beispiel 6 Monaten kann somit entweder über zwei Haaranalysen und eine zweimonatige Überprüfung der Leberwerte durch den Hausarzt stattfinden oder als Kombination aus einer Haaranalyse und mehrfachen Urinkontrollen oder nur aus reinen Urinkontrollen.

Welche Methoden als Abstinenznachweise zur MPU für Sie die besten oder günstigsten sind, klären Sie vielleicht mit der Führerscheinbehörde oder der zuständigen MPU-Stelle, die eventuell nur die ein oder andere Methode akzeptiert.

Falls Sie die freie Wahl haben, empfehlen wir Ihnen aus Kosten- und Zeitgründen eher die Haaranalysen, sofern die persönliche Haarpracht es zulässt.

Abstinenznachweise für  MPU wegen Drogen

Bei einer MPU bei Drogen werden unterschiedliche Tests für den Nachweis der Abstinenz angesetzt. Die unterschiedlichen Methoden können dabei unterschiedliche Zeiträume, Konsummuster und Drogenarten belegen. Nicht alle Drogen können einwandfrei und über den gesamten Zeitraum mit allen Methoden aufgedeckt werden, weshalb meist eine Kombination der möglichen Arten angesetzt wird.

Bei Auffälligkeiten im Straßenverkehr ist die Blutanalyse der erste und zuverlässigste Test, der fast immer durchgeführt wird, um einen aktuellen und akuten Drogenmißbrauch festzustellen. Da aber die meisten Drogen nach einem Konsum nur bis zu wenige Tage im Blut aktiv festgestellt werden können, eignet sich diese Art nur um bestimmte Drogen und die aktive Wirkung dieser, für die Bestimmung zur Teilnahme unter Drogeneinfluß im Straßenverkehr, nachzuweisen.

Urinkontrollen

Die Nieren sind ständig aktiv und filtern im Menschen alle Schadstoffe aus dem Blut und dem Körper. Auch die Abbauprodukte in der kleinsten Konzentration werden irgendwann aus dem Körper geschwemmt, weswegen Drogen im Urin länger feststellbar sind. Zum Teil auch, weil sich manche Stoffe länger im Körper ablagern und erst nach und nach freigesetzt werden. So kann über den Urin zum Teil bis zu 6 Wochen ein Drogenkonsum festgestellt werden.

Nur mäßig Sport treiben und Gewichtsabnahmen vermeiden

Bei Cannabis, dessen Wirkstoff THC sich auch gerne in Fettzellen ablagert, kann bei plötzlicher Gewichtsabnahme oder bei viel Sport, konzentriertes THC rausgeschwemmt werden und dadurch sogar noch bis zu mehrere Monate nachgewiesen werden. Ein Nachweis wird vielleicht nur in minimaler Konzentration angezeigt, kann aber bei entsprechender Toleranzgrenze und Empfindlichkeit der Tests (Cut-Off Grenze), trotzdem noch ausschlagen. Das liefert letztendlich dann ein etwas ungenaues Bild über die Konsumintensität und die zurückliegende Zeit des letzten Konsums und kann sich schnell negativ auswirken.
Vermeiden Sie also übermäßigen Sport und Diäten in der Abstinenzzeit!

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Haaranalyse zum Abstinenznachweis bei Drogen

Haaranalysen können dazu genutzt werden, um bis zu 6 Monate in die Vergangenheit zu sehen. Da sich die Abbauprodukte der Drogen, wie z.B. Cannabis, Opiate und synthetische Drogen durch das Blut in den Haarwurzeln ansammeln, wachsen diese in das Haar ein. Dadurch kann bei der maximal zulässigen Nachweiszeit von 6 Monaten bei Haaranalysen, was ungefähr 6 cm Haaren entspricht (1cm Haar = 1 Monat), analysiert werden welche Drogen in diesem Zeitraum konsumiert wurden.

Allerdings sind nicht alle Drogen beim ersten oder seltenem Konsum in den Haaren nachweisbar. Zum Beispiel Kokain wird bei seltenem und geringem Konsum relativ schnell aus dem Blut gefiltert und die Abbauprodukte haben kaum Zeit in die Haare einzuwachsen. So verhält es sich aber auch bei einmaligen Konsum von Cannabis oder bei anderen Drogen ebenso.

Zudem problematisch ist, dass durch Haarbehandlungen wie z.B. Bleichen oder Färben eventuell eine Verwertbarkeit nicht mehr möglich ist. Womit Haaranalysen nicht für alle Drogenarten anerkannt werden und falls doch, dann oft nur unterstützend Anwendung finden.

Die Haarentnahmen erfolgen durch zwei etwa Bleistift-dicke Strähnen des Haupthaars mit je maximal 6 cm Länge.
Immer zwei, weil eine weitere Probe als Sicherung und zur Gegenanalyse vorhanden sein muss, falls sich widersprüchliche Ergebnisse zeigen.

Klären Sie besser rechtzeitig für Ihren Fall, welche Methode für Ihre Drogenauffälligkeit anerkannt wird und welche Programme Sie zum Beleg der Abstinenz abschließen sollten.

In den meisten Fällen bietet sich eine Kombination aus unvorhersehbaren, kurzfristigen Urinkontrollen zum Nachweis von aktiver Abstinenz und Haaranalysen für einen rückblickenden Beleg an. Da meist Alkoholabstinenz zusätzlich zur Drogenfreiheit gefordert wird (wegen 'Suchtverlagerung'), ist dieser Beleg durch diese beiden Verfahren ebenfalls abgedeckt.

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Bei Abstinenz von Cannabis kann z.B. für einen Zeitraum von 12 Monaten, empfohlen werden, zwei Haaranalysen durchführen zu lassen.
Sofern natürlich genügend lange Haare und Wachstum vorhanden sind und die MPU-Stelle die Haaranalysen anerkennt.
Zusammengenommen sind Haaranalysen außerdem billiger als mehrere Urinscreenings über den Zeitraum von 12 Monaten. Am Tag der MPU wird dann in der Begutachtungsstelle routinemäßig auch noch einmal ein Urintest von Ihnen genommen, ganz gleich welche Nachweise Sie vorher noch erbracht haben.

Alles in allem sollten Sie auf jeden Fall für die Nachweiszeiten genau planen und am besten ein Kontrollprogramm mit festem Zeithorizont abschließen. Damit gehen Sie sicher, das die geforderten Belege auch genau den drogenfreien Zeitraum abdecken und dabei der MPU Termin möglichst zeitnah beieinander liegt.

Um auf der sicheren Seite zu sein, können Sie sich davor oder dazwischen auch kostengünstigeren Selbsttests unterziehen, bevor Sie offizielle Proben abgeben. Im Handel gibt es zahlreiche Anbieter, die sowohl anerkannte Tests wie Haaranalysen anbieten, als auch solche, die zwar nicht offiziell anerkannt werden, sich aber gut zur Selbstkontrolle eignen und zudem kostengünstiger sind, weil diese nicht von teurem, akkreditiertem Personal durchgeführt werden müssen.

Bei Cannabis (THC) zum Beispiel eignen sich zu Beginn THC Urintests mit einem geringeren Cut-Off (~ 25), um zu überprüfen, dass das THC komplett aus dem Körper geschwemmt wurde. Ab dann können Sie nämlich genau planen, wann Sie eine Haaranalyse machen lassen können bzw. können Sie zusätzlich noch eine eigene Haaranalyse in Auftrag geben, um sicher zu sein, das der Zeitraum ausreichend war und dadurch die geforderte Abstinenzzeit auch erfüllt wird.